Mittwoch, 31. Mai 2017

Wir bekommen ein neues Reetdach - Tag 4

Die neue Woche startet müde (dank der spontanen Überraschungsparty für Herrn Reetselig), glücklich (da Herr Reetselig Ferien hat ) und schmutzig, denn das letzte Reet muss noch runter.


Und wieder ist alles satt mit einer schwarzen Staubschicht übersehen. Ich habe mich schon daran gewöhnt, nach dem Starten des Autos erstmals die Scheibenwaschanlage anzumachen. Und wehe dem, der sich seine Finger in der Hose abwischt, nachdem er irgendwas angefasst hat.


Nach dem Auspacken des Daches geht es an den Wiederaufbau.


Links sind schon die neuen Latten drauf, rechts kann man die Delta Maxx Bahnen sehen, die Herr Reetselig nach der Überraschungsparty bis kurz vor Mitternacht und am Montag ab 4.00 Uhr morgens (man gut, dass es schon so lange hell ist) angeschossen und verklebt hat. Da wir im unteren Teil ja schon ausgebaut haben, d.h. von innen Fermacell in zwei Schichten davor haben, war es der perfekte Zeitpunkt die Unterspannbahnen gut zu befestigen. Also Mitternacht war natürlich nicht der perfekte Zeitpunkt… mit meiner Überraschungsparty habe ich sein Zeitmanagement völlig zerschossen und so war es ein glücklicher Umstand, dass in Hamburg Ferien waren und er wenigstens nicht auch noch in die Schule zum Unterrichten musste.






Am Montag ging es Schlag auf Schlag. Nachdem die Latten angebracht waren, war auch schon der Zimmermann da, um die Gauben einzubauen. Herr Reetselig und ich haben lange über die richtige Form und Größe nachgedacht. Denn einerseits soll sie sich harmonisch in das Dach einfügen, anderseits soll sie innen auch Licht bringen und vielleicht auch so etwas wie Stehhöhe. Doch da es sich hier ja um keinen Neubau handelt und das Dach sehr weit heruntergezogen ist, gibt der Fußboden auf dem Heuboden ein gewisses Mass an Höhe vor und die Dachsparren im Inneren den Ort, wo ein Fenster möglich ist. Nach dem Treppeneinbau *klick* und *klick* und dem Einbau des Dreickeckfensters, war das Aussuchen der Gauben wieder eine große Herausforderung. Ich finde es immer wieder schwer etwas auszusuchen, das so viel Geld kostet und dann Massangefertigt wird. Ist ja nicht wie bei IKEA, einfach wieder umtauschen…. Glücklicherweise hat sich das lange Überlegen bisher immer ausgezahlt und wir finden unsere Gauben sehr schön. Von innen konnten wir es bisher noch nicht richtig beurteilen, denn der Dachboden ist wegen des externen Drecks erstmal noch gesperrt. Fündig geworden sind wir übrigens bei Hiss Reet.



Die Tür die man hier unter der Gaube erkennen kann, ist unsere ehemalige Küchentür, die wir vor unser provisorisches Treppenhaus gesetzt haben. Ohne diese Tür wäre jetzt alles… nein darüber möchte ich gar nicht nachdenken.


So, ihr Lieben, während ich dies schreibe, geht es auf der Baustelle flott voran. Inzwischen sind wir real bei Tag 9 angekommen und wer wissen will, wie es inzwischen aussieht, kann schon mal bei Instagram spicken *klick*

Claudia

Dienstag, 30. Mai 2017

Wir bekommen ein neues Reetdach -Tag 3

Wenn ich die Fotos betrachte wird mir schwarz vor Augen…


… ich wusste ja, dass ein unheimlich dreckiges Unterfangen wird, aber mit dem schwarzen Staub hatte auch ich nicht gerechnet. Ich hatte ja schon *hier* und *hier* darüber berichtet. Und dass, wo wir doch am Wochenende nach Tag 3 eine Überraschungsparty für Herrn Reetselig zum Geburtstag geben wollten...


Aber es geht sehr flott voran. Auf dem Foto oben seht ihr eine Furche im Dach. An dieser Stelle hatten wir tatsächlich mal eine Undichtigkeit. Wie sich beim Abdecken herausstellte wurde dort das Dach nachträglich verlängert und deshalb entstand dort eine Schwachstelle. Tatsächlich wurde unsere Kate, die ja in Ständerbauweise erbaut wurde, im Stallbereich verlängert. Das kann man im Stall - nun unser Wohnraum - daran erkennen, dass an den Ständern, die dort stehen, noch die Türscharniere für das große Stalltor  hängen. Und auch das alte Reetdach bildet also diese Geschichte ab.



Die Abdeckarbeiten sehen fast schon wie Abrissarbeiten aus. Der schwarze Staub hat sich freundlicher Weise auf die ganze Nachbarschaft verbreitet. Sollte mir jetzt ganz spontan jemand eine Kooperation mit einem Putzunternehmen anbieten - also ich wäre dabei!



Diesen Eingang habe ich kurzerhand gesperrt, um das Innere wenigstens ein wenig zu schützen. Ich rede jetzt besser nicht von dem, was irgendwie durch die Decke diffundiert ist…. grrrrr.




Der Dacheinblick ist auch etwas irritierend. Aber durch das Dreieckfenster reinschauen hat was.


Fenster müssen auch mal wieder geputzt werden. Und was man wegen des Gegenlichtes nicht erkennen kann: Auf dem Krakbaum nisten unverdrossen ein paar Spatzen.

Wie versprochen haben die Reetdachdecker alles fürs Wochenende gut verpackt und mit dem Laubpüster grob sauber gemacht. Über den Rest der rum lag kam eine Plane (siehe ganz oben) und so wurde es doch etwas mit der Überraschungsparty für Herrn Reetselig.


Allerdings hat dieser an seinem Geburtstagmorgen noch vor dem Geschenke auspacken schon mal das Dach ausgepackt, um weiter zu arbeiten… Es ist uns nicht gelungen ihn davon abzuhalten und so hat er  Mittags seine ersten Überraschungsgäste in Bauklamotten begrüßt… also eigentlich wie immer ;-)

Morgen mehr von der Reetdachbaustelle, die gut voranschreitet, mich aber vom Schreiben abhält. Na gut, der Segeltörn war auch ein bisschen Schuld

Claudia

Samstag, 20. Mai 2017

Wir bekommen ein neues Reetdach - Tag 2

Heute wird es richtig dreckig 



Tja , das Dach hat sich als dicker entpuppt als gedacht. Statt zwei Schichten wie anfangs gedacht, gingen die Reetdachdecker am Ende des ersten Tages davon aus, noch zwei Schichten mehr vorzufinden… Am Ende waren es dann fünf! Schichten. Wohl das ganze Leben dieses Hauses in dem Dach vereint. Die untersten Schichten waren noch aus Stroh, dann folgten drei Schichten Reet. Jede Schicht wurde vernäht, wie *hier* gezeigt. Das heißt aber auch, jede Schicht muss einzeln gelöst und abgetragen werden und je tiefer die Schicht, desto stärker ist das Material miteinander verwoben.


Hier könnt ihr mal so ein altes Bündel sehen.


Und hier bekommt ihr einen Eindruck wie es staubt, ich habe auf Instagram aber auch Videos, wo der Staub Dreck sehr eindrucksvoll ist. Das liegt daran, dass unsere Kate eine alte Rauchkate ist.
Rauchkaten sind schornsteinlose kleine Bauernhäuser gewesen, bei denen aus dem offenen Herdfeuer, der aufsteigende Rauch durch die sogenannte Uhlenflucht oben im Giebel entwich., sowie durch offene  Klöntüren  und Fenster. Es gab keine Decke, sondern der Rauch konnte ungehindert zum Dachstuhl ziehen, weshalb dieser jetzt besonders schwarz ist, ebenso wie die unterste Schicht Stroh. Auch die Balken oben sind alle verrußt, ein bisschen so, als hätte es gebrannt.


Beim Abdecken, werden jede Menge Nester gefunden. Unter anderem ein riesiges Wespennest, das aber glücklicherweise leer war. Und die Vogelnester waren glücklicherweise auch ohne Kücken.

Beim Nest könnt ihr übrigens ein Stück Weide sehen, mit der das Stroh gebunden war. Total spannend.


Und hier seht ihr die Männer beim Einpacken . Denn für die Umgebung war wettertechnisch nichts gutes angesagt. Unwetterwarnung und so. Aber all euer Daumendrücken hat geholfen und uns gestern nur ein wenig Regen gebracht. Hoffen wir das dies so bleibt.


Um nicht durchzudrehen hilft es manchmal, den Blick auf den Rest des Gartens  Dschungels zu lenken und die Sonne zu genießen, so wie Donnerstag morgen um 7.15 Uhr  *klick*

Euch allen viel Sonnenschein am Wochenende
                                  
Claudia

Freitag, 19. Mai 2017

Wir bekommen ein neues Reetdach

Erster Tag - unser Reetdach wird neu eingedeckt, aber erstmal muss alles runter



Jetzt ist es also losgegangen und mit jedem Tag, gewöhne ich mich mehr an den Ausnahmezustand. Es fängt schon damit an, dass die Reetdachdecker schon um halb sieben hier aufschlagen… Da ist also nix mit einem gemütlichen Kaffee zum Tagesbeginn, wenn die anderen aus dem Haus sind.



Nach dem sie ein kleines Gerüst, mehr so einen Laufsteg, aufgebaut haben, kann es losgehen. Als erstes wird die Heide abgenommen, die oben unseren Dachfirst ziert und die Bleche, die da unter liegen entfernt.

Dann wird das Reet Stück für Stück gelöst. Damit es uns bei Sturm nicht vom Dach fegt, ist es an die Dachlatten mit Draht "genäht". Ganz früher macht man es mit Hanf und die Bündel waren mit Weide gebunden. Davon haben wir gestern (Tag 2) Reste gefunden. Fotografier ich noch.


Das Reet sammeln sich die Reetdachdecker auf den Knien, bündeln es wieder und lassen es dann runterrutschen.




Und so sieht es dann aus.






Um dort oben zu arbeiten haben sie solche "Stühle" mit denen sie sich weiter bewegen können. Sie haben einen großen Haken vorne, der ins Dach geschlagen wird.



Sagte ich schon, dass ich Höhenangst habe? 


Schicht für Schicht geht es vorwärts und noch sieht es ganz manierlich aus.



Doch allmählich wird es staubiger. 


Aber es geht verdammt ordentlich zu. Einer der Männer hält die ganze Zeit die Baustelle sauber. Drähte werden raussortiert und alles gleich auf den Hänger gepackt. Das beruhigt mich etwas.



Maritime anmutende Baustellenimpressionen konnte ich auch sammeln. Was es damit auf sich hat, habe ich eigentlich erst an Tag 2 verstanden.


Feierabend … auf dem einen Teil sind "nur" noch zwei Schichten. 


Tja, so sah es bis Dienstag noch aus und so wie unten, sah es nach dem ersten Tag aus. Schön eingepackt.


Morgen mehr 
                  Claudia

Mittwoch, 17. Mai 2017

Unsere alte Kate bekommt ein neues Reetdach


Unsere alte Reetdachkate von 1750 bekommt ein neues Reetdach. Und ich weiß nicht ob ich traurig sein soll, weil etwas sehr altes verloren geht, ob ich bange wegen des ganzen Drecks sein soll oder ob ich mich unbändig darauf freuen soll, dass der Dachausbau voran geht und ich bald keine Angst mehr haben muss, dass es reinregnen könnte (hatten wir mal - hat Herr Reetselig dann aber gestopft…)


Dass das Dach alt ist, ist nicht mehr zu übersehen. Und eigentlich war auch seit 18 Jahren klar, dass es "bald mal" gemacht werden muss…






Nun ist es also so weit. Die Seite am Fluss wird neu gedeckt und wenn ihr Lust habt, könnt ihr hier auf dem Blog und bei Instagram verfolgen wie ein Reetdach neu gedeckt wird und was wir dabei alles erleben.


So sieht es übrigens von innen aus… also vorher….  das ganze alte sehr dreckige Reet muss ab… 



Ihr hört von mir

Claudia

Donnerstag, 11. Mai 2017

iSEA - Teststricken für Gretha Oceaan



Ich gestehe, Schals und Tücher kann ich nie genug haben. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass ich für Greta Oceaan ihr neustes Design ausprobieren durfte. Den iSEA Shawl.


Ich war spontan verliebt in das schöne Muster.


Mein Tipp für euch: Nehmt Kontrastfarben, wenn ihr das Tuch nachstricken wollt. Mein erster Versuch mit hellgrau und einem schönen Rosaton, gefiel mir trotz der schönen Wolle leider nicht, da es zu wenig Farbunterschiede gab. Gestrickt habe ich mit den schönen Garnen von Frida Fuchs. Schon das Stricken ist das reinste Vergnügen. Und die Farbvielfalt hat mich stundenlang überlegen lassen, welche Kombinationen noch gingen. Die Entscheidung war echt schwer (und ich habe ein paar mehr Stränge bestellt, als nötig ;-), aber das Ergebnis gefällt mir nun sehr. Da das Garn in Nadelstärke 3 von mir verstrickt wurde, ist das Tuchprima für den Frühling geeignet. Angenehm wärmend, aber nicht zu warm … wenn es doch endlich mal richtig Frühling sein würde.


Für meine Ravelryseite habe ich mit Malins Hilfe Fotos vom Tuch gemacht und dieses Foto hier oben gefiel mir so gut, dass es trotz RUMS (also für mich gemacht) hier mit her darf. Denn zu Malis Leidwesen gebe ich das Tuch nicht her. Aber vielleicht stricke ich ja noch eins. Mir schwebt da immer noch eines in Blautönen vor.

Mehr Informationen zum Tuch findet ihr wie immer auf meiner Ravelryseite

                          Viel Spaß beim Stricken

Claudia