Samstag, 17. Oktober 2020

Von neuen Socken im Socktober, was auf den Nadeln im Herbst ist und meinen diversen Strickplänen für die kalte Jahreszeit

 Ich gebe es ja offen zu, wenn mich eine Wolle anlacht kann ich nicht widerstehen. Wenn sie dann auch noch den Hauch des Besonderen hat oder ich sie noch nie verstrickt habe, sind es schon zwei Gründe, warum sie mit muss. So ist es gestern geschehen bei Mylys mit der Harrisville Design Nightshades und der Brooklyn Tweed Dapple

Andere Gründe sind wahlweise schöne Farben oder Strukturen. Deshalb sind hier noch ein paar andere neue Stränge eingezogen und aus dem Tweedgarn, dass ich bei Stine & Stitch bestellt habe, ist ganz spontan auch gleich ein neues Sockendesign entstanden. Es ist ja Socktober und da sind natürlich ein paar neue Socken auf der Nadel. Leider habe ich noch keine Bilder, da es neue Designs sind. Aber die erste Socke dieser Woche habe ich schon ein paar Freundinnen gezeigt und da sie allen gefiel, mache ich mich ganz schnell an die Zweite und an die Anleitung. Bleibt gespannt. 

Eigentlich wollte ich aber aus dem 52 Weeks of Socks vom Laine Magazine ein Paar Socken stricken. Bei 52 Paaren sind natürlich ein paar dabei, die einfach nur schön sind.

Aus der Nightshades in einem wirklich tollen Mitternachtsblau soll die Mütze Mawson werden, ich habe sie gestern von Julia aka Easywind aufgehabt und war begeistert. Sozusagen influenzed...

Dann liegt hier schon Wolle für einen neuen Zweig  da der erste Stine einfach besser passt als mir. 




Außerdem diverse Léttlopi Wolle, da Stine sich einen neuen Isländer Pullover wünscht (das Design steht noch nicht fest) und ich mir entweder einen längeren Pulli stricken möchte z.B. den Öraefi Sweater oder einen Rock, damit man im Herbst/ Winter an schönen Tagen draußen vorm Café sitzen und stricken kann. Corona kompatibel halt.

Definitiv her müssen noch ein Paar neue Handschuhe und weil sie mir so gut gefallen und es ein Vergnügen war sie zu stricken, werden es wohl noch ein Paar Emma`s Ice Flower Mittens von Runningyarn werden. 





Absolut schön übrigens ein Video diese Woche auf IGTV von p4chen über das Selbu Museum in Norwegen. Handschuhe soweit das Auge reicht! Vor zwei Tagen war Vottedagen oder  Mittens Day in Norwegen, der Tag, der das Ende des Sommers und den Anfang des Winters markiert in alten Kalendern. Wer schon mal im Norden war weiß, dass sie gerne die Jahreszeiten dazwischen auslassen ;-) Und tatsächlich ist es auch bei uns im Norden morgens schon so kalt, dass ab Montag, wenn die Schule wieder losgeht, es morgens Handschuhe auf dem Fahrrad braucht.

Auf den Nadeln habe ich gerade den Meadow Moon von Jenn Steingass und er wird ganz besonders schön, da ich ihn mit Nutiden Yarn von Honerocheir stricke. Definitiv keine Wolle zum Mitnehmen, da sie sehr fragil ist und schnell reißt. Aber sie lässt sich ebenso schnell wieder zusammenfügen und ist ganz leicht und fluffig und dennoch fühlt es sich jetzt schon wunderbar warm an. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Auch wie der Pullover nach dem Waschen und Blocken ist. Ich stricke nur einfädig und bin auch sehr gespannt auf die Haltbarkeit. Aber es ist jetzt schon zu spüren, dass selbst an dünneren Stellen des Garnes sich die Maschen, wenn sie denn verstrickt sind, gut anfühlen. 
Ich werde auf jeden Fall berichten, wenn er fertig ist. Momentan sind wir auf #SleeveIsland...

So, dass sind die ersten Pläne. Natürlich spuken noch viel mehr Ideen in meinem Kopf herum. Z.B. noch diverse Stulpen und ganz vergessen, der Shetlandwoolweek Hat von @wilmadesign für den ich mir gestern Wolle von Jamieson and Smith ausgesucht habe.

Ich denke ihr versteht, dass ich in den nächsten Wochen abtauchen muss und 48 Stunden am Tag stricken werde.... Wahrscheinlich das gesündeste zur Zeit. Deshalb:

Stay safe und viel Spaß beim Stricken, Lesen, Kekse futtern oder was auch immer 

                        Claudia


Freitag, 16. Oktober 2020

Leicht melancholische Gedanken zum Herbst, ein Stadtbesuch und seine Folgen und jetzt schon an Weihnachten denken...


Ich hatte heute einen wunderschönen Nachmittag in Hamburg. Habe mich mit einer Freundin getroffen, für mein Nähwochenende in 8 Tagen geshoppt, war in meinem liebsten Wollladen, habe mit Abstand mit Freundinnen im Laden gefachsimpelt und tolle neue Wolle mitgenommen und jede Menge Ideen. Ich habe Kardemummabullar gegessen und Kaffee vor dem Bäcker getrunken und ein paar Reihen gestrickt. Eigentlich ein rundum schöner Nachmittag, Und doch kann ich nicht schlafen und schreibe stattdessen um 2.00 Uhr nachts diesen Post. Denn die Zeit in der Stadt und die Gespräche mit ihren Bewohnerinnen hat mir bewusst gemacht, wieviel einfacher es gerade ist, die paar Kilometer weiter nördlich auf dem Land zu leben. Alleine schon, dass ich auf dem Fußweg gehen kann, ohne ständig jemandem ausweichen zu müssen...

 Ich durchlebe zur Zeit eine noch nie dagewesene Achterbahn der Gefühle. Als lebensbejahender Mensch mit einem großen Hang zur Vorfreude pralle ich gerade extrem oft gegen eine Wand. Da dachte ich vor ein paar Tagen noch, dass ich die Bilder vom Meer in mir konserviere und bei Bedarf hervorhole und jetzt fällt es mir aufgrund der stetig steigenden Zahlen verdammt schwer. 




Planung ist zur Zeit gefühlt nur etwas für Leute, die praktisch sonst nix zu tun haben. Ich meine, was nützt die schönste Planung, wenn du bis zur letzten Minute nicht weißt, ob es so stattfinden kann oder ob die Gesetze kurzfristig geändert werden und ob du selbst die Regeln der Kunst erfüllst. 

Also ich finde Regeln an sich ganz sinnvoll, weil man weiß, woran man ist und sich alle daran halten können. Blöd ist nur, wenn sich die Regeln während des Spiels ändern. So wie es eigentlich gerade permanent passiert, z.B. in den Schulen oder in Bezug auf Urlaub.

Kurz dachte ich heute, dass der Lockdown auf eine Art und Weise einfacher war. Es war damals klar, dass für die nächsten Wochen nichts gehen würde und man sich Zuhause einigeln muss. Rückblickend betrachtet klingt es einfach. Genau genommen war es das natürlich nicht, denn damals waren wir total verunsichert und wussten nicht, wie lange der Zustand anhalten wird. Reicht die Wolle, das Strickzeug, die Bücher, wird das Internet durchhalten damit wir alle Netflix gucken können?  Haben wir genug zu Essen/ Hefe (und Klopapier)?  Werden unsere Lieblingsläden und Restaurants durchhalten können und wann darf ich wieder ans Meer? Was passiert mit meinen Lieben und wie kommen wir hier heil durch?

Das alles ohne wirkliche Vorbereitungszeit. Jetzt steigen die Zahlen wieder stark und ich stelle fest, dass ich mir meine Gedanken mache. Ich genieße jedes Treffen mit meinen Freundinnen (echte Qualitytime) und fange an mich einzuigeln. Denke über Literatur nach, kaufe Wolle, gehe meine Vorräte durch und versuche bessere Pläne zu machen. 

Ich überlege, ob es wirklich so schlimm wäre, dieses Jahr auf all die vielen Weihnachtsfeiern zu verzichten. Ich glaube nicht. denn die Adventszeit stattdessen mit Basteln und Geschichten lesend zu verbringen, klingt verlockend. Und bestimmt wäre es schön, drei gemütliche Tage, nur wir vier, unter dem Weihnachtsbaum zu verbringen. Mit leckerem Essen, ohne viel Brimborium, aber vielen Kerzen und großem Gemütlichkeitsfaktor. Mit Geschenken, die einen Mehrwert haben, weil sie uns über Weihnachten unterhalten und beschäftigen - möglichst sogar gemeinsam. Ehrlich gesagt finde ich die Vorstellung drei Tage unter dem Weihnachtsbaum zu liegen und zu lesen einfach phantastisch. 

Ich überlege sogar schon, die lieben nahen Verwandten jetzt noch mal schnell auf Kaffee und Kuchen in kleinen Gruppen einzuladen ( wer weiß ob es in ein paar Wochen noch geht) und schon mal vorzufeiern oder vorzuglühen. Das würde sich auch gut draußen im Garten machen lassen. Dazu ein kleines Feuer und den ersten Glühwein oder heißen Kakao über dem Feuer. Auch austauschbar durch eine leckere Kürbissuppe, Stockbrot und Würstchen oder Kässpätzle.





Zeit für Weihnachtskarten hätten wir dann dieses Jahr auch und ich könnte mich endlich für die ganze viele liebe Post bedanken, die beim letzten Lockdown hier ankam, die ich aber aus Zeitmangel gar nicht beantworten konnte. Mir war nämlich leider nicht langweilig. Dabei mag ich diese Zustand sehr gerne. Ich mag den Moment, wenn sich etwas zerschlagen hat und ich für einen kurzen Moment nicht weiß, was ich jetzt mit dieser Zeit anfangen soll. Bis mir einfällt, wieviele Bücher ich noch lesen wollte, was ich alles nähen wollte und dass mein Strickmuster gerade in einer spannenden Phase ist, der Hund mal eine große Runde vertragen könnte, ich schon ewig mal meine Freundin anrufen wollte, die Äpfel sich gut im Kuchen machen würden und ich mit der Produktion für den Adventskalender anfangen müsste... Und schwupp tauche ich in eine andere Welt ein und vergesse für eine Zeit alles um mich herum. Das ist ein bisschen wie Urlaub und tut unheimlich gut.

Und so habe ich in dieser Nacht versucht meine Gedanken zu sortieren und in eine positive Richtung zu lenken. Es funktioniert nicht gleich und es wird wohl wieder ein paar dieser Nächte geben, in denen ich schlechter  schlafe. Aber ich sehe in all diesen Beschränkungen auch eine Chance. Die Chance einen Winter gemütlich vor dem Feuer, wahlweise Kerzenschein zu verbringen, in der Hand das unvermeidliche Strickzeug, neben mir meine Familie, ein Becher Kakao, ganz viel Qualitytime. Denn mal ehrlich, wie oft haben wir in den vergangenen Jahren geseufzt, dass es doch auch schön sein müsste, mal einen gemütlichen Filmabend mit Popcorn im Herbst zu machen, alle zusammen. Wie schön es wäre, wieder mehr zusammen zu basteln (klingt so schön altmodisch und erinnert an Abende mit meiner Mama im Herbst), nicht so viele Termine zur Weihnachtszeit zu haben, sondern stattdessen die Zeit mit Kekse backen zu verbringen.

Nutzen wir die Chance und bleiben dabei gesund. Brummeln hilft nix, nur zusammen halten und das beste draus machen.

Deshalb macht euch alle ein gemütliches Wochenende, denkt an eure Lieben und stay safe!

                       Claudia



Mittwoch, 7. Oktober 2020

Das blaue Meer, der Wind, der erste MeMadeMittwoch für mich in diesem Jahr und mein neuer Newspaper Cardigan

 Moin aus dem hohen Norden. wir sind für ein paar Tage in Dänemark, genießen die Einsamkeit, lange Spaziergänge kurz nach Sonnenaufgang (was im Herbst ja nicht so schwer fällt), immer eine Prise Wind um die Nase und Temperaturen, die nicht mehr als etwas Wolle benötigen und dänischen Kuchen.

Gestern bin ich zum ersten Mal mit meinem Newspaper Cardigan an die Nordsee. 

Er ist so ein bisschen mein Corona Projekt. Das schöne Loft Garn von Brooklyn Tweed habe ich mir in der ersten Phase des Lockdowns gekauft, als plötzlich alle Geschäfte zu hatten und wir uns Gedanken machten, was es für unsere Lieblingsläden bedeutet. Da war die Idee von Brooklyn Tweed einfach toll, Wolle zum Angebot rauszugeben ohne dass sich dies negativ auf die Geschäfte auswirkt. Das heißt wir haben günstiger bestellt, aber Brooklyn Tweed hat den kleinen Wollgeschäften die Differenz gezahlt. Ein schöner Deal für mich und mein Lieblingswollgeschäft. 



Was in meinem Schrank fehlte, war eine einfache Strickjacke, die man  über einen leichten Pulli anziehen kann oder eben nur über ein T-shirt.
Ich habe wie immer Top down gestrickt, mit leichtem runden Ausschnitt. Überall kamen kurze Bündchen ran und vorne eine kleine Knopfleiste. Das schwierigste finde ich ist immer die Wahl der Knöpfe. Erstens muss die Größe passen, zweitens sind schöne Knöpfe oft auch schön teuer... Ich wollte für meine schwarz-weiße Jacke schwarze Knöpfe und habe erst einmal in meinen Fundus geguckt. Und siehe da, ich hatte einige schwarze Knöpfe, alle gleich groß und ziemlich ähnlich. Ich habe nämlich die Knöpfe gesammelt, die immer an den Hemden als Ersatzknopf dran sind. Außerdem bin ich dazu übergegangen Hemdenknöpfe abzuschneiden, wenn diese in die Putzlappentonne kommen.


Die Jacke ist kürzer als meine anderen und damit auch klasse für Kleider. Die Brooklyn Tweed Loft Wolle trägt sich sehr angenehm und hat am Strand keinen Wind durch gelassen. Den Herbsttest am Strand hat sie also bestanden. Ich bin echt begeistert. 



Ich werde mich schon bald an das Pattern setzen und schreiben, damit die Jacke bald getestet werden kann und ihr bald auch eine Newspaper Cardigan stricken könnt. Aber wie immer gilt, ich stricke schneller als ich schreibe, obwohl ich mir angewöhnt habe, schon so viel wie möglich mitzuschreiben. Aber irgendwann kommt immer der Punkt (meist nachts), wo es mit mit mir durch geht und ich  stricke und stricke und alles um mich herum vergesse.

Jetzt werde ich auch die Nadeln wieder klappern lassen, ist ja Urlaub. Aber gerade vermisse ich meine neue Nähmaschine, die Zuhause bleiben musste. Ich möchte mir einen Windbreaker nähen, Zuhause liegt auch schon alles bereit und es könnte sein, dass morgen genau das richtige Wetter für einen Windbreaker wäre. Und meine Jüngste hat vorsichtshalber keine Jacke mit nach Dänemark genommen...


Pattern : Newspaper Cardigan, noch nicht geschrieben
Wolle: Brooklyn Tweed Loft