Samstag, 17. Oktober 2020

Von neuen Socken im Socktober, was auf den Nadeln im Herbst ist und meinen diversen Strickplänen für die kalte Jahreszeit

 Ich gebe es ja offen zu, wenn mich eine Wolle anlacht kann ich nicht widerstehen. Wenn sie dann auch noch den Hauch des Besonderen hat oder ich sie noch nie verstrickt habe, sind es schon zwei Gründe, warum sie mit muss. So ist es gestern geschehen bei Mylys mit der Harrisville Design Nightshades und der Brooklyn Tweed Dapple

Andere Gründe sind wahlweise schöne Farben oder Strukturen. Deshalb sind hier noch ein paar andere neue Stränge eingezogen und aus dem Tweedgarn, dass ich bei Stine & Stitch bestellt habe, ist ganz spontan auch gleich ein neues Sockendesign entstanden. Es ist ja Socktober und da sind natürlich ein paar neue Socken auf der Nadel. Leider habe ich noch keine Bilder, da es neue Designs sind. Aber die erste Socke dieser Woche habe ich schon ein paar Freundinnen gezeigt und da sie allen gefiel, mache ich mich ganz schnell an die Zweite und an die Anleitung. Bleibt gespannt. 

Eigentlich wollte ich aber aus dem 52 Weeks of Socks vom Laine Magazine ein Paar Socken stricken. Bei 52 Paaren sind natürlich ein paar dabei, die einfach nur schön sind.

Aus der Nightshades in einem wirklich tollen Mitternachtsblau soll die Mütze Mawson werden, ich habe sie gestern von Julia aka Easywind aufgehabt und war begeistert. Sozusagen influenzed...

Dann liegt hier schon Wolle für einen neuen Zweig  da der erste Stine einfach besser passt als mir. 




Außerdem diverse Léttlopi Wolle, da Stine sich einen neuen Isländer Pullover wünscht (das Design steht noch nicht fest) und ich mir entweder einen längeren Pulli stricken möchte z.B. den Öraefi Sweater oder einen Rock, damit man im Herbst/ Winter an schönen Tagen draußen vorm Café sitzen und stricken kann. Corona kompatibel halt.

Definitiv her müssen noch ein Paar neue Handschuhe und weil sie mir so gut gefallen und es ein Vergnügen war sie zu stricken, werden es wohl noch ein Paar Emma`s Ice Flower Mittens von Runningyarn werden. 





Absolut schön übrigens ein Video diese Woche auf IGTV von p4chen über das Selbu Museum in Norwegen. Handschuhe soweit das Auge reicht! Vor zwei Tagen war Vottedagen oder  Mittens Day in Norwegen, der Tag, der das Ende des Sommers und den Anfang des Winters markiert in alten Kalendern. Wer schon mal im Norden war weiß, dass sie gerne die Jahreszeiten dazwischen auslassen ;-) Und tatsächlich ist es auch bei uns im Norden morgens schon so kalt, dass ab Montag, wenn die Schule wieder losgeht, es morgens Handschuhe auf dem Fahrrad braucht.

Auf den Nadeln habe ich gerade den Meadow Moon von Jenn Steingass und er wird ganz besonders schön, da ich ihn mit Nutiden Yarn von Honerocheir stricke. Definitiv keine Wolle zum Mitnehmen, da sie sehr fragil ist und schnell reißt. Aber sie lässt sich ebenso schnell wieder zusammenfügen und ist ganz leicht und fluffig und dennoch fühlt es sich jetzt schon wunderbar warm an. Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Auch wie der Pullover nach dem Waschen und Blocken ist. Ich stricke nur einfädig und bin auch sehr gespannt auf die Haltbarkeit. Aber es ist jetzt schon zu spüren, dass selbst an dünneren Stellen des Garnes sich die Maschen, wenn sie denn verstrickt sind, gut anfühlen. 
Ich werde auf jeden Fall berichten, wenn er fertig ist. Momentan sind wir auf #SleeveIsland...

So, dass sind die ersten Pläne. Natürlich spuken noch viel mehr Ideen in meinem Kopf herum. Z.B. noch diverse Stulpen und ganz vergessen, der Shetlandwoolweek Hat von @wilmadesign für den ich mir gestern Wolle von Jamieson and Smith ausgesucht habe.

Ich denke ihr versteht, dass ich in den nächsten Wochen abtauchen muss und 48 Stunden am Tag stricken werde.... Wahrscheinlich das gesündeste zur Zeit. Deshalb:

Stay safe und viel Spaß beim Stricken, Lesen, Kekse futtern oder was auch immer 

                        Claudia


Freitag, 16. Oktober 2020

Leicht melancholische Gedanken zum Herbst, ein Stadtbesuch und seine Folgen und jetzt schon an Weihnachten denken...


Ich hatte heute einen wunderschönen Nachmittag in Hamburg. Habe mich mit einer Freundin getroffen, für mein Nähwochenende in 8 Tagen geshoppt, war in meinem liebsten Wollladen, habe mit Abstand mit Freundinnen im Laden gefachsimpelt und tolle neue Wolle mitgenommen und jede Menge Ideen. Ich habe Kardemummabullar gegessen und Kaffee vor dem Bäcker getrunken und ein paar Reihen gestrickt. Eigentlich ein rundum schöner Nachmittag, Und doch kann ich nicht schlafen und schreibe stattdessen um 2.00 Uhr nachts diesen Post. Denn die Zeit in der Stadt und die Gespräche mit ihren Bewohnerinnen hat mir bewusst gemacht, wieviel einfacher es gerade ist, die paar Kilometer weiter nördlich auf dem Land zu leben. Alleine schon, dass ich auf dem Fußweg gehen kann, ohne ständig jemandem ausweichen zu müssen...

 Ich durchlebe zur Zeit eine noch nie dagewesene Achterbahn der Gefühle. Als lebensbejahender Mensch mit einem großen Hang zur Vorfreude pralle ich gerade extrem oft gegen eine Wand. Da dachte ich vor ein paar Tagen noch, dass ich die Bilder vom Meer in mir konserviere und bei Bedarf hervorhole und jetzt fällt es mir aufgrund der stetig steigenden Zahlen verdammt schwer. 




Planung ist zur Zeit gefühlt nur etwas für Leute, die praktisch sonst nix zu tun haben. Ich meine, was nützt die schönste Planung, wenn du bis zur letzten Minute nicht weißt, ob es so stattfinden kann oder ob die Gesetze kurzfristig geändert werden und ob du selbst die Regeln der Kunst erfüllst. 

Also ich finde Regeln an sich ganz sinnvoll, weil man weiß, woran man ist und sich alle daran halten können. Blöd ist nur, wenn sich die Regeln während des Spiels ändern. So wie es eigentlich gerade permanent passiert, z.B. in den Schulen oder in Bezug auf Urlaub.

Kurz dachte ich heute, dass der Lockdown auf eine Art und Weise einfacher war. Es war damals klar, dass für die nächsten Wochen nichts gehen würde und man sich Zuhause einigeln muss. Rückblickend betrachtet klingt es einfach. Genau genommen war es das natürlich nicht, denn damals waren wir total verunsichert und wussten nicht, wie lange der Zustand anhalten wird. Reicht die Wolle, das Strickzeug, die Bücher, wird das Internet durchhalten damit wir alle Netflix gucken können?  Haben wir genug zu Essen/ Hefe (und Klopapier)?  Werden unsere Lieblingsläden und Restaurants durchhalten können und wann darf ich wieder ans Meer? Was passiert mit meinen Lieben und wie kommen wir hier heil durch?

Das alles ohne wirkliche Vorbereitungszeit. Jetzt steigen die Zahlen wieder stark und ich stelle fest, dass ich mir meine Gedanken mache. Ich genieße jedes Treffen mit meinen Freundinnen (echte Qualitytime) und fange an mich einzuigeln. Denke über Literatur nach, kaufe Wolle, gehe meine Vorräte durch und versuche bessere Pläne zu machen. 

Ich überlege, ob es wirklich so schlimm wäre, dieses Jahr auf all die vielen Weihnachtsfeiern zu verzichten. Ich glaube nicht. denn die Adventszeit stattdessen mit Basteln und Geschichten lesend zu verbringen, klingt verlockend. Und bestimmt wäre es schön, drei gemütliche Tage, nur wir vier, unter dem Weihnachtsbaum zu verbringen. Mit leckerem Essen, ohne viel Brimborium, aber vielen Kerzen und großem Gemütlichkeitsfaktor. Mit Geschenken, die einen Mehrwert haben, weil sie uns über Weihnachten unterhalten und beschäftigen - möglichst sogar gemeinsam. Ehrlich gesagt finde ich die Vorstellung drei Tage unter dem Weihnachtsbaum zu liegen und zu lesen einfach phantastisch. 

Ich überlege sogar schon, die lieben nahen Verwandten jetzt noch mal schnell auf Kaffee und Kuchen in kleinen Gruppen einzuladen ( wer weiß ob es in ein paar Wochen noch geht) und schon mal vorzufeiern oder vorzuglühen. Das würde sich auch gut draußen im Garten machen lassen. Dazu ein kleines Feuer und den ersten Glühwein oder heißen Kakao über dem Feuer. Auch austauschbar durch eine leckere Kürbissuppe, Stockbrot und Würstchen oder Kässpätzle.





Zeit für Weihnachtskarten hätten wir dann dieses Jahr auch und ich könnte mich endlich für die ganze viele liebe Post bedanken, die beim letzten Lockdown hier ankam, die ich aber aus Zeitmangel gar nicht beantworten konnte. Mir war nämlich leider nicht langweilig. Dabei mag ich diese Zustand sehr gerne. Ich mag den Moment, wenn sich etwas zerschlagen hat und ich für einen kurzen Moment nicht weiß, was ich jetzt mit dieser Zeit anfangen soll. Bis mir einfällt, wieviele Bücher ich noch lesen wollte, was ich alles nähen wollte und dass mein Strickmuster gerade in einer spannenden Phase ist, der Hund mal eine große Runde vertragen könnte, ich schon ewig mal meine Freundin anrufen wollte, die Äpfel sich gut im Kuchen machen würden und ich mit der Produktion für den Adventskalender anfangen müsste... Und schwupp tauche ich in eine andere Welt ein und vergesse für eine Zeit alles um mich herum. Das ist ein bisschen wie Urlaub und tut unheimlich gut.

Und so habe ich in dieser Nacht versucht meine Gedanken zu sortieren und in eine positive Richtung zu lenken. Es funktioniert nicht gleich und es wird wohl wieder ein paar dieser Nächte geben, in denen ich schlechter  schlafe. Aber ich sehe in all diesen Beschränkungen auch eine Chance. Die Chance einen Winter gemütlich vor dem Feuer, wahlweise Kerzenschein zu verbringen, in der Hand das unvermeidliche Strickzeug, neben mir meine Familie, ein Becher Kakao, ganz viel Qualitytime. Denn mal ehrlich, wie oft haben wir in den vergangenen Jahren geseufzt, dass es doch auch schön sein müsste, mal einen gemütlichen Filmabend mit Popcorn im Herbst zu machen, alle zusammen. Wie schön es wäre, wieder mehr zusammen zu basteln (klingt so schön altmodisch und erinnert an Abende mit meiner Mama im Herbst), nicht so viele Termine zur Weihnachtszeit zu haben, sondern stattdessen die Zeit mit Kekse backen zu verbringen.

Nutzen wir die Chance und bleiben dabei gesund. Brummeln hilft nix, nur zusammen halten und das beste draus machen.

Deshalb macht euch alle ein gemütliches Wochenende, denkt an eure Lieben und stay safe!

                       Claudia



Mittwoch, 7. Oktober 2020

Das blaue Meer, der Wind, der erste MeMadeMittwoch für mich in diesem Jahr und mein neuer Newspaper Cardigan

 Moin aus dem hohen Norden. wir sind für ein paar Tage in Dänemark, genießen die Einsamkeit, lange Spaziergänge kurz nach Sonnenaufgang (was im Herbst ja nicht so schwer fällt), immer eine Prise Wind um die Nase und Temperaturen, die nicht mehr als etwas Wolle benötigen und dänischen Kuchen.

Gestern bin ich zum ersten Mal mit meinem Newspaper Cardigan an die Nordsee. 

Er ist so ein bisschen mein Corona Projekt. Das schöne Loft Garn von Brooklyn Tweed habe ich mir in der ersten Phase des Lockdowns gekauft, als plötzlich alle Geschäfte zu hatten und wir uns Gedanken machten, was es für unsere Lieblingsläden bedeutet. Da war die Idee von Brooklyn Tweed einfach toll, Wolle zum Angebot rauszugeben ohne dass sich dies negativ auf die Geschäfte auswirkt. Das heißt wir haben günstiger bestellt, aber Brooklyn Tweed hat den kleinen Wollgeschäften die Differenz gezahlt. Ein schöner Deal für mich und mein Lieblingswollgeschäft. 



Was in meinem Schrank fehlte, war eine einfache Strickjacke, die man  über einen leichten Pulli anziehen kann oder eben nur über ein T-shirt.
Ich habe wie immer Top down gestrickt, mit leichtem runden Ausschnitt. Überall kamen kurze Bündchen ran und vorne eine kleine Knopfleiste. Das schwierigste finde ich ist immer die Wahl der Knöpfe. Erstens muss die Größe passen, zweitens sind schöne Knöpfe oft auch schön teuer... Ich wollte für meine schwarz-weiße Jacke schwarze Knöpfe und habe erst einmal in meinen Fundus geguckt. Und siehe da, ich hatte einige schwarze Knöpfe, alle gleich groß und ziemlich ähnlich. Ich habe nämlich die Knöpfe gesammelt, die immer an den Hemden als Ersatzknopf dran sind. Außerdem bin ich dazu übergegangen Hemdenknöpfe abzuschneiden, wenn diese in die Putzlappentonne kommen.


Die Jacke ist kürzer als meine anderen und damit auch klasse für Kleider. Die Brooklyn Tweed Loft Wolle trägt sich sehr angenehm und hat am Strand keinen Wind durch gelassen. Den Herbsttest am Strand hat sie also bestanden. Ich bin echt begeistert. 



Ich werde mich schon bald an das Pattern setzen und schreiben, damit die Jacke bald getestet werden kann und ihr bald auch eine Newspaper Cardigan stricken könnt. Aber wie immer gilt, ich stricke schneller als ich schreibe, obwohl ich mir angewöhnt habe, schon so viel wie möglich mitzuschreiben. Aber irgendwann kommt immer der Punkt (meist nachts), wo es mit mit mir durch geht und ich  stricke und stricke und alles um mich herum vergesse.

Jetzt werde ich auch die Nadeln wieder klappern lassen, ist ja Urlaub. Aber gerade vermisse ich meine neue Nähmaschine, die Zuhause bleiben musste. Ich möchte mir einen Windbreaker nähen, Zuhause liegt auch schon alles bereit und es könnte sein, dass morgen genau das richtige Wetter für einen Windbreaker wäre. Und meine Jüngste hat vorsichtshalber keine Jacke mit nach Dänemark genommen...


Pattern : Newspaper Cardigan, noch nicht geschrieben
Wolle: Brooklyn Tweed Loft 




Mittwoch, 30. September 2020

Meine Momente und Gedanken im September und last days of summer




 Und schwupps ist der September vorbei und das Jahr 2020 geht in die Zielgerade. Zum Ende des Septembers wird hier immer ordentlich gefeiert, den Malin hat Geburtstag: Unfassbare 17 Jahre ist sie nun, hat mit der Fahrschule angefangen und Spaß am Fahren und wir hoffen nun alle, dass sie ihren Führerschein schnell durchziehen kann 



• Feiern


Gefeiert haben wir mit der kleinen Kernfamilie, heißt den Lieblingsmenschen, die dicht um uns herum wohnen und die wir immer mal wieder sehen, denn auch da gab es im September wichtige Geburtstage zu feiern. Ich vermisse unsere großen Familienfeiern einfach ganz unglaublich. Normalerweise haben wir schnell 20 bis 25 Menschen um uns herum, bzw. in der Küche rumstehen, wenn wir einen Familiengeburtstag feiern, aber im Moment halte ich es einfach nicht für klug, auch wenn wir das so gerade eben dürften nach den Coronaregeln. Aber mal ehrlich, mir sind meine Liebsten alle viel zu wichtig, als dass ich sie von überall her zusammenbringen und vermischen möchte. Ein paar davon gehören zur Risikogruppe und da wir von uns selbst nie sagen können, dass wir clean, sprich negativ sind, habe ich einfach Schiß. Geht das nur mir so?


Um so mehr genieße ich die kleinen Momente mit Freunden und Nachbarn draußen. Machmal wunderbar spontan, sehr herzlich und den Herzspeicher auffüllend.

• Momente mit Freunden

Sei es das spontane Kaffeetrinken mit Svenja und Britta, das Wollshopping mit Sabine im neuen größeren Lieblingswollladen  Mylys oder das Lagerfeuer unten am Fluss.



Wie schön ist es, sich ganz real zu sehen und miteinander zu reden, zu stricken, zu essen, sich auszutauschen über dies und das!
Und weil man im Moment wirklich nicht weiß, was morgen ist gehe ich immer mehr dazu über spontan mich auf ein zwei Stunden zu verabreden. Oder bringe schnell den Nachbarn Kuchen rüber und schnacke ein paar Minuten und  pflücke im Gegenzug bei ihnen Tomaten, hecke am Gartenzaun mit den Nachbarn neue Verkehrsberuhigungen für unsere zur Zeit extrem hochfrequentierte Wohnstraße aus oder springe ein wenn jemand Hilfe braucht. Denn wenn ich eines in diesen Zeiten am meisten vermisse ist es die Mitmenschlichkeit und die Kommunikation. Ich glaube das wir viele Missverständnisse nicht hätten, wenn wir von Angesicht zu Angesicht kommunizieren könnten, wenn man sich begegnen würde, statt aus dem Weg zu gehen. Und ich würde mir so sehr für die letzten Monate des Jahres wünschen, das wir alle wieder mehr daran denken, dass wir nur ein Teil des Ganzen sind und dass das Ganze nur dann funktionieren kann, wenn wir alle mitnehmen. (hier entfährt mir gerade unwillkürlich ein Seufzer. Mir war gar nicht bewusst, wie tief aus mir heraus dieser Wunsch kommt)

• Schule

Natürlich war der September auch geprägt von Schule. Kaum gestartet, hat uns die Schule wieder voll im Griff. In der Oberstufe wird jetzt kräftig angezogen, muss doch wie überall alles nachgeholt  und gleichzeitig vorgearbeitet werden. Natürlich gab es auch an unserer Schule schon Corona Alarm und nicht immer funktioniert alles reibungslos. Aber auch hier gilt: Kommunikation ist alles und ich merke, dass es fast wie ein Mantra ist, wenn ich es in allen Besprechungen immer wieder vor mich hinmurmel und einfordere! Jedenfalls sind wir alle gefordert gute und konstruktive Vorschläge zu machen und nicht nur rumzukritteln.
Stine hatte ein Schulpraktikum im Rahmen ihres Lehramtstudiums und so hatten wir eine schöne gemeinsame Zeit, da sie überwiegend von uns aus gefahren ist. Zu viert ist es gleich ganz anders zu Hause und wir haben die gemeinsamen Wochen sehr genossen.

• Andere Zeiten brechen an

Herr Reetselig ist jetzt in Pension und damit brechen hier völlig neue Zeiten an. Ich meine, was für ein Luxus, Dinge werden sofort papariert, lauter kreative Projekte umgesetzt, der Garten wird gemeinsam auf Vordermann gebracht, der Reparaturstau aufgearbeitet und es bleibt trotzdem viel Zeit für gemeinsames Frühstücken am Fluss (last days of Summer...), ungestörte Gespräche und sogar einen Kurztrip nach Fehmarn haben wir im September geschafft. 



Wahnsinn, wieviele Leute noch unterwegs sind. Die Campingplätze waren noch immer ganz schön voll und jede Menge Leute unterwegs. Sieht so aus, als hätten nicht nur wir eine Menge nachzuholen... Und es tut so gut die Nase in den Wind zu halten und aufs Meer zu gucken! Das Wetter war einfach wunderbar, wie im ganzen September. was für ein Glück, wenn sich der Sommer so lange ausdehnt.

• Auszeit zum Speicher auffüllen 

In Sankt Peter Ording habe ich mit meiner Freundin einen wundervollen Spätsommertag genossen. Wir sind wild entschlossen uns jeden Monat einen Tag Auszeit am Meer zu gönnen, mit stundenlangen Gesprächen, kilometerlangen Spaziergängen am Strand und im Bus gekochtem Kaffee. So ein Tag am Meer füllt die Speicher ganz wunderbar. Aber natürlich würde es auch ein Tag auf dem Berg oder im Wald und in der Heide tun. Hauptsache Natur, Zeit und Ruhe drum herum.

• Strickflow 

Natürlich habe ich auch im September ständig gestrickt (behauptet jedenfalls meine Familie), aber viel geschafft habe ich nicht. Liegt vielleicht auch daran, dass wir jetzt beide Zuhause sind und deshalb vieles gemeinsam oder nebeneinander her erledigen. Jedenfalls habe ich meinen Flow nach den Sommerferien noch nicht wieder gefunden. Ich bin noch dabei, mir wieder eine Struktur  zu erarbeiten und Nachtarbeit ist dabei im Moment definitiv keine Lösung. Manchmal falle ich regelrecht ins Bett, aber morgens um 6.00 Uhr ist die Nacht eben auch zu Ende und wenn dann wie  heute die Nacht von einem Rauchmelderalarm direkt über dem Bett (die Batterie...) um halb drei und einer Unterzuckerung am früher Morgen unterbrochen wird, dann merke ich das den ganzen Tag. 

Heute Abend werde ich mich aber mit einer Freundin zum Stricken treffen und gestern habe ich meine Strickjacke fertig gestellt. Sogar die Knöpfe sind dran und und geblockt ist sie auch schon. Fotos folgen und an der Anleitung sitze ich auch schon. Gestern habe ich sie schon verschiedenen Familienmitgliedern angezogen und war fasziniert, dass sie allen gut stand. Ich hoffe euch gefällt sie auch. In den nächsten Tagen mehr. Dann brauche ich auch TeststrickerInnen

Und auf meinem Rechner schlummern noch ein paar mehr halbfertige Anleitungen, die längst gestrickt sind, aber eben noch nicht fertig geschrieben, ausgearbeitet, gerechnet, fotografiert, layoutet usw. sind. Ich bin so viel schneller im Stricken als im Schreiben und mein Kopf ist voller Ideen, ich komme gar nicht hinterher. Und ehe ich mich versehen entdecke ich wieder schöne Wolle, habe eine neue Idee und wünsche mir mehr Zeit. Aber jetzt kommt ja die Zeit in der wir uns drinnen zusammen kuscheln, Kerzen anzünden und im Ofen ein Feuer brennt. Zeit zum Stricken!




•Strickpläne und Prozente auf meine Anleitungen bei Ravelry

Meine Pläne für den Strick- Herbst und Winter stehen auch schon fast, werden aber noch fast stündlich umgeworfen, da es auf allen Kanälen ja gerade nur so von Ideen sprudelt. 
Die Herbstprozente vom letzten Post (hier) gelten noch bis Sonntag Nacht. 
Mit dem Code : HELLO FALL bekommt ihr 20 % auf alle meine Anleitungen bei Ravelry 
Ich freue mich sehr, wie gut euch der Ratzfatz gefällt und bin schon gespannt auf alle eure Versionen. Ich bin gerade in Versuchung noch einen weiteren für mich zu stricken, aus Wolle die hier noch rumfliegt (ein Projekt was schon vor vielen Jahren in die Tonne geflogen ist, weil die Anleitung aus der Brigitte trotz des Orginalsgarns so gar nicht hinhaute... ich sag nur: Arme müssen sich heben lassen!) Die Maschenprobe passt nur semigut, aber das sollte mit ein bisschen tricksen schon klappen. 

•Neues Maschinchen im Haus

Nein, Herr Reetselig war nicht im Baumarkt, bzw. tut es hier nicht zur Sache, denn er ist da mindestens so oft wie ich im Wollladen. 
Aber ich habe mir eine neue Nähmaschine gegönnt, weil Stine seitdem sie ausgezogen ist, immer wieder eine Nähmaschine vermisst. Da habe ich Füchsin natürlich angeboten dass sie meine alte Janome haben kann und flugs nach einer neuen geguckt. Meine alte Maschine war zwar okay, aber das eine oder andere habe ich schon vermisst. Ganz besonders eine Knopflochautomatik. Während um mich herum in den letzten drei Jahren die schönsten Blusen entstanden, habe ich mich nicht rangetraut, da ich fürchtete an den Knopflöchern zu scheitern. Und ganz ehrlich, die ganze Arbeit, um dann am Ende an den Knopflöchern zu scheitern? Örgs. Da steht mir mein Perfektionsanspruch massiv im Weg. Aber jetzt habe ich mir eine Elna 560 gegönnt und die kann das. Also ich noch nicht. Aber ich arbeite daran. Und damit ich mich wirklich daran mache die Maschine zu studieren, habe ich mich zum Nähwochenende angemeldet. Bitte Daumendrücken, das uns Corona keinen Strich durch die Rechnung macht. Wir sind eine kleine feine Gruppe, in einem schönen Seminarhaus mit vernünftigen Coronarbedingungen und wenn wir jetzt alle gesund bleiben und die Zahlen nicht massiv steigen, dann wird das hoffentlich was.
Funfact am Rande: Herr Reetselig durfte die alte Nähmaschine auseinander schrauben und sauber machen, das juckte ihm schon länger in den Fingern und er hat das gründlich gemacht. Und er hat auch alles wieder zusammen gebaut, keine Schraube vergessen.
Also flugs, alle Funktionen kontrollieren und: sie lief nur noch Rückwärts! Das ermöglicht mal ganz andere Sachen. Lach. Aber er hat es natürlich zackig wieder geändert unser MacGyver.

Gerade schraubt er an unserem Bus rum, der mal wieder muckt. Er ist aber auch schon ein paar sehr viele Jahre alt und hat eine ansehnliche Kilometerleistung auf der Uhr. Jetzt soll er uns noch mal in den Urlaub bringen, dafür bekommt er noch mal ein bisschen Liebe und Zuwendung. Und gleichzeitig entsteht hier eine Wunschliste, was ein neuer Bus nach Möglichkeit haben sollte. Ein bisschen gucken wir schon, was der Markt so hergibt. Ob es ein Gebrauchter oder Neuer wird steht noch nicht fest. Definitiv werden wir aber einen Bus selber ausbauen. Ich stehe einfach nicht auf die grauen Fertigausbauten, brauche nicht so viel Schnickschnack, möchte dafür auf das Eine oder Andere aber nicht verzichten, dass ist aber mal einen eigenen Post wert. Aber eines wissen wir ganz genau: Wir werden uns keinen MarcoPolo für 87000€ kaufen. Sorry, nicht sorry. Aber für das Geld würde ich mir eine kleine alte Hütte am Meer kaufen und glücklich werden, aber bestimmt keinen Bus. Ihr dürft also gespannt sein, wie es in Sachen Bus weiter geht. 
Ach und unser Kleiner fährt auch wieder. Nachdem die Versicherung ihn zur "Schrottkarre" erklärt hat, nach dem der Laster ihn versucht hatte schmaler zu machen, hat Herr Reetselig ihn liebevoll wieder aufgepäppelt und wenn man es nicht besser weiß, sieht er wieder aus wie vorher. 

So viel zum September. Jetzt bin ich gespannt, was der Oktober bringt. Ich plane ja ganz gerne im Voraus, aber das ist definitiv meine Lektion für 2020 : vergiß es, hier ist nix mehr planbar...

Startet alle gut in den Oktober und bleibt gesund!

Eure  Claudia

 




Dienstag, 22. September 2020

Herbstanfang: Das heißt wunderbare kuschelige Zeit auf dem Sofa mit Strickzeug - Zeit für neue Projekte und einen Herbstrabatt




 Heute ist astronomischer Herbstbeginn. Der Tag, an dem die Sonne senkrecht über dem Äquator steht und wir Tag-und-Nacht-Gleiche haben. Und wenn ich mich bis jetzt gewehrt habe das Wort Herbst in den Mund zunehmen und mal ehrlich, das waren ja wohl schönere Tage als zu Anfang Juli..., dann startet für mich heute die Saison mit den schönsten Farben, den nebelverhangenen Morgen, denen nur mit viel heißem Tee beizukommen ist. Die Zeit, in denen alle Wollpullis wieder zum Einsatz kommen, die Handschuhe gesucht werden (tatsächlich kamen hier die ersten Fäustlinge bei 4 Grad morgens beim Fahrradfahren zum Einsatz) und das Haus nicht mehr ohne Wollschal verlassen wird.

Zeit also für neue Strickprojekte und gemütliches Stricken vor dem Ofen bei Kerzenschein!

Und damit ihr euch nach Herzenslust auf neue Projekte stürzen könnt, gibt es von heute an auf alle meine Strickanleitungen bei Ravelry 20 % , wenn ihr den Code HELLO FALL eingebt.
Die Aktion endet am 4. Oktober um Mitternacht, ihr habt also genügend Zeit eure Herbstkollektion zu planen oder über Weihnachtsgeschenke nachzudenken. 

Ein tolles Projekt für das erste Oktoberwochenende bzw. die Herbstferien, die dann für uns starten wäre der Ratzfatz Sweater.


Ich habe für meinen ersten ganze 4 Tage gebraucht, das ging echt Ratzfatz! Und er ist ein Fliegengewicht dank der Wolle und super kuschelig. Perfekt für Herbsttage, überm Kleid oder einfach auf dem Sofa.


Oder ein leichtes Tuch. Ich brauch ja immer ein bis zwei Projekte , die sich schnell nebenbei stricken lassen und doch nicht ganz schlicht sind. Das Vlieland ist ganz einfach kraus rechts gestrickt und hat am Ende eine Laceborte, die beliebig breit gestrickt werden kann.


Ich mag ja auch sehr gerne Brittas Version, die sie mit doppeltem Faden gestrickt hat und dann mit einem Faden Mohair dabei. Sehr kuschelig und gleich eine Nummer größer.


Als Fan rustikaler Schafwolle werde ich in diesem Herbst/Winter noch den einen oder anderen Isländer stricken. Denn unsere Snørre tragen wir alle viel. Ob zum Segeln, Skifahren, abends am Feuer oder am Strand.




Socken sind auf jeden Fall ein Must have im Herbst und passend zur beginnenden Bootssaison sind hier gerade ein Paar Sis Socks auf den Nadeln.




Ich werde mich in den nächsten Tage in mein kleines Wolllager stürzen und die Herbst/ Winter Saison planen. Plänen sind zwar immer dazu da, dass sie wiedergeändert werden, aber ich liebe es zu planen und mir zu überlegen, was schönes entstehen soll. 


Mitten in der Schafherde, wie hier mit dem Malou Sweater kommen mir die besten Ideen.

Habt ihr schon Ideen was auf die Nadeln kommt? Oder schon schöne Projekte auf den Nadeln ?





Mittwoch, 26. August 2020

Ende August starte ich voller Elan in die neue Stricksaison - mit dabei jede Menge Strickinspirationen

 Stricken unterliegt bei mir ja keiner bestimmten Saison. Ich stricke immer und überall und bei jedem Wetter. Auch bei Oberknaller Sommerwetter!



Da ich ja bekanntlich immer ein paar angefangene Sachen hier rumfliegen habe, habe ich auch Strickzeug auf unterschiedlichen Nadeln, in verschiedenen Wollsorten und ganz unterschiedlicher Dicke. So lässt sich immer etwas passend zum Wetter finden. Und wenn mir so gar nicht danach ist (äußerst selten), dann blättere ich in meinen Strickbüchern, stöbere auf Ravelry und schmiede Pläne für kühlere Tage. Und der Altweibersommer steht nun mal vor der Tür... da ist nichts dran zu rütteln. Das H*Wort kommt mir noch nicht über die Lippen und nimmt man es ganz genau kommt auch der Altweibersommer erst Ende September mit fliegenden Spinnweben. Aber wer wie ich unterm Reetdach wohnt weiß, dass die Spinnweben schon jetzt fliegen ;-)


Jetzt ist die schönste Zeit Pläne für die kommenden Wochen zu machen. Ich liebe es Pläne zu machen, ihr auch? All die schöne Wolle möchte verstrickt werden, überall ploppen neue Anleitungen auf. Auf Instagram, auf Ravelry, viele Teststrick laufen gerade. Da fällt es schwer, sich auf ein paar Anleitungen zu beschränken. 

Noch dazu sprudelt mein Kopf nur so vor Ideen, was ich nach eigenen Entwürfen stricken möchte im nächsten Halbjahr. 

Ganz klar stehen Pullover und Strickjacken auf meinem Plan, auf den Nadeln ist schon die erste Jacke. Wie immer TopDown.

Das ich gerne Top Down stricke ist ja bekannt, oder? Ich mag es, dass ich die Passe an meine Maße anpassen kann, dass die Ärmel am Ende wirklich so lang sind, wie ich sie haben möchte und ich so lange stricken kann, wie das Garn reicht, falls die Wolle mal knapp ist.

Angefangen hat alles mit einem Pullover von Isabell Kraemer, dem Ravello Seitdem ist meine Liebe für Top Down entbrannt. Den ersten Ravello habe ich noch frei nach Schnauze nur nach dem Bild auf Pinterest gestrickt. Ahnungslos von unten... (hier) Das war 2015. Noch gar nicht so lange her. Seitdem ist viel passiert. Ich habe einige Pullover von oben gestrickt. Habe verschieden Techniken ausprobiert und bin immer noch fasziniert, wieviel es noch zu lernen und auszuprobieren gibt. Ich habe mir schon das ein oder andere Buch gekauft, in dem es u.a. um Top Down geht. Nach und nach werde ich hier oder auf Instagram mal ein paar davon zeigen.

Heute soll es  um COCOKNITS, von Julie Weisenberger gehen, die sich auch hinter der Marke Cocoknits verbirgt.( Ziemlich schickes, nicht ganz billige Strickzubehör, wie Matten, Pins, Maschenmarkierer, etc.) Das Buch gibt es schon eine ganze Weile und im Stiebner Verlag auch auf deutsch. Wer sich also an englische Anleitungen nicht ran traut hat hier eine gute Chance sich mit dem Thema vertraut zu machen.

In Cocoknits - Pullover stricken in einem Stück, erklärt Julia Weisengerber ihre Methode, Pullover von oben nach unten zu stricken. 





Es gibt eine ausführliche Anleitung der Cocoknits-Methode im Buch, Vorlagen, um sich die nötigen Zunahmen zu notieren, Tipps, wie man Passform und Stil an die eigene Figur anpasst. Das Buch ist wirklich schön geschrieben. 




Wenn ich die passende Wolle da gehabt hätte, dann hätte ich schon den ersten Pullover angenadelt, denn natürlich möchte ich ausprobieren, wie sich die Cocoknits Methode auf meine Designs anwenden lässt. Dieser hier ist mein Favorit:



Fazit:
Dieses Buch ist kein Stricklehrbuch und dies schreibt Julia Weisengerber auch gleich in ihrer Einleitung. Aber es ist eine wunderbar ausführliche Anleitung, wie ihre Entwürfe gestrickt werden und sich auf die eigene Figur anpassen lassen. Einige der gezeigten Modelle würde ich am liebsten sofort stricken. Einziger Wermutstropfen: Ich hatte nicht das richtige Garn in der passenden Nadelstärke Zuhause. Aber dies steht schon auf meiner ToDoListe für den Herbst. Und dann möchte ich gerne experimentieren und einen Pullover für mich perfekt anpassen. Denn auf meiner Herbst ToDoListe steht auch, mehr Pullover mit Armkugel zu stricken. Aber eben nahtlos und von oben.
 


Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Aber wie immer schreibe ich hier meine eigene Meinung nieder.

Samstag, 2. Mai 2020

Ratzfatz : 4 Knäule - 4 Tage und ein wunderbar gemütlicher Pullover ist fertig

Das kuschelige Alpaka - Merino Garn habe ich mir letzten Sommer auf Öland gekauft. Als ich es nahm, um mir ein Tuch zu stricken, habe ich spontan einen Pullover angeschlagen. Heraus kam ein absolut kuscheliger und bequemer Pulli, gestrickt in 4 Tagen mit nur 4 Knäulen. Ich habe ihn deshalb Ratzfatz Sweater genannt.



Der Sweater wird von oben nach unten, ohne Nähte gestrickt. Begonnen wird am Ausschnitt, welcher mit verkürzten Reihen gearbeitet wird, die Zunahmen werden an den Raglannähten gestrickt, bis die Ärmel separiert werden. 



Dann werden der Body und die Ärmel glatt rechts in Runden gestrickt. Nur die Bündchen werden im Rippenmuster gestrickt und im “Tubular Bind Off” (Schlauch Abketten…) abgekettet. Diese Technik gibt dem Bündchen finde ich ein besonders schönes Aussehen.

Es gibt die Anleitung für die Größen: S (M, L, XL, XXL) die einem Brustumfang am fertigen Pullover von 110 (120, 130, 140, 150) cm entsprechen. Der Sweater ist ein sogenannter Boxy Sweater und wird mit 20-25 cm mehr Brustumfang getragen, als der tatsächliche Umfang beträgt. 
Das Beispiel zeigt eine Größe L mit einem positiven Umfang von 25 cm. Meine Tochter Stine trägt meinen Pullover und liebt den lässigen Style. Um die richtige Größe zu finden wähle eine Größe, die 20-25 cm größer ist als dein tatsächlicher Brustumfang. Mehr Fotos und Beispiele meiner tollen Teststrickerinnen findet ihr auf Ravelry. Sie haben die Anleitung für euch getestet und wirklich schöne Sweater gestrickt. 


Garn : Alpaca Maya von Viking of Norway, 50 g / 160 m 
82 % Superfine Alpaca, 13 % Merino, 5 % Nylon , Farbe Lys Gray 713 bzw. Gray 715
Menge: 200 ( 200, 200, 250, 300)g 600( 620, 640, 760, 900)m 
Alternativ: Sandnes Børstet Alpakka, 50 g / 110 m , 96% børstet Alpakka, 4% Nylon 
6, (6, 7, 8, 9) Knäule
Gestrickt wird mit Nadelstärke 7 bei einer Maschenprobe von 12 Maschen auf 10 cm.



Ich gebe zu, man muss schon ein bisschen mehr Zeit haben an diesen 4 Tagen, aber Zeit haben wir im Moment ja angeblich im Überfluss (ich glaube ja, dass ist so ein Gerücht wie die Sache mit dem Klopapier). . .

     
                   Bleibt alle gesund und kreativ

                                  Claudia



 
















Dienstag, 24. März 2020

Landleben versus Stadtleben: haben wir nun Glück oder Pech?

Ich bin ein Stadtkind. Habe mehr als mein halbes Leben in der Stadt verbracht und dort - zugegebenermaßen am Stadtrand - in Hamburg wunderschön gelebt. Zentral und doch draußen, alle Geschäfte fußläufig, der Job nur ein paar Minuten entfernt. Gefühlt eine Million Kitas und Schulen um mich rum, genug Physiotherapie Praxen in der Nähe, um über einen Jobwechsel nachdenken zu können. Alles einfach und leicht, wenn auch nicht immer bezahlbar.






Dann wuchs da der Wunsch nach dem alten, besonderen Haus, mit Platz drum rum. Logischerweise bezahlbar. Und so landeten wir hier. Zuerst gefühlt viel zu weit weg von Zuhause, dann wurde es immer mehr unser Zuhause. Freunde kamen hinzu, ein paar Alte wurden weniger gesehen. Ich habe geflucht über die wenigen Einkaufsmöglichkeiten (obwohl ich den Weltbesten E**** Meyer in meiner Straße habe). Wollte shoppen ohne lange zu fahren, suchte Zerstreuung. Wollte zwischen mehr als diesen beiden Kindergartenmodellen wählen können, wollte überhaupt einen Kindergartenplatz für meinen Kinder haben. Ich war genervt, als wir bangen mussten, ob wir einen Platz an der für uns besten weiterführenden Schule bekommen. Ich war neidisch und bin es noch, wenn Herr Reetselig tagaus tagein in meine Stadt mit dem Zug fährt und dieses Stadtfeeling schnuppern darf/kann/muss, während ich mir diese Fahrten verkneife, weil ein Hin-Rückticket mit der Bahn knappe 25,-€ kostet und das Auto klimatechnisch gesehen, nur für ein bisschen Stadtfeeling ohne Grund, echt ein nogo ist. Also vergehe ich manchmal vor Sehnsucht nach meiner Heimatstadt, sitze ein paar Kilometer nördlicher in der Sonne, blicke auf den Fluss, arbeite vor Ort und genieße die Sonne und bin auch glücklich. Ich mache Fotos und halte das Glück fest. Ich poste auf Instagram, die erste Tasse Kaffee am Fluss oder wenn ich mit dem Hund durch Feld,Wald und Flur ziehe. Ich poste wie ich im Sommer das Büro nach draußen verlege wenn alle im Büro schwitzen oder wenn ich mit dem Strickzeug im Strandkorb sitze.

Und jetzt sind wir wegen der größten Krise, die ich mir nicht mal im Traum hätte ausmalen können, wegen dieses miesen Coronavirus SARS-CoV-2, dazu verdammt, Zuhause zu bleiben. Uns nicht bei der ersten Frühlingssonne in Cafés und Parks mit Freundinnen zu setzen, nicht nach St.Peter Ording auf den Strand zu fahren. Keine gemütlichen Grillabende mit Freunden, keine Spielplatztreffen, Geburtstagsfeiern im Park, kein Sport auf dem Wasser oder auf Außensportanlagen...
Nicht alle haben jetzt das Glück einen Balkon oder gar ein Haus mit Garten zu haben, rausgehen zu können, die Kinder und Hunde vor der Tür zu lüften.

Und ich habe ein schlechtes Gewissen, wenn ich das genieße, weil ich weiß, das verdammt viele von euch Zuhause sitzen und einen Lagerkoller kriegen. Ich mag deshalb gar keine Fotos posten, wie der Frühling vor der Tür erwacht. Ich traue mich nicht zu schreiben, wie schön es ist.

Aber muss ich wirklich ein schlechtes Gewissen haben? Muss ich jetzt darüber nachdenken, wie ihr euch alle da in der Stadt fühlt, wenn ihr euch doch wahrscheinlich niemals fragt, wie mir hier im Winter an dunklen Tagen die Decke auf den Kopf fällt, weil es keine Cafés und hübschen Geschäfte fußnah gibt. Weil ich nicht spontan ins Theater oder Kino gehen kann? Weil die Auswahl schöner Restaurants eher bescheiden ist, usw.... Ach Schiet drauf!

Wisst ihr was? Ich denke ganz fest an euch alle!

So oder so. Ich mache mir Sorgen. Ich versuche, euch Sonnenstrahlen zu schicken. Ich möchte mich  mit euch zusammen an den Strand träumen und deshalb werde ich Bilder von draußen posten, denn ich freue mich auch wie Bolle über Strandbilder von denen, die dort leben und das Glück haben dort frische Meeresluft schnappen zu dürfen. Also lasst uns den Feed mit schönen Bildern zupflastern, damit wir nicht komplett durchdrehen. Postet was ihr gerade macht. Egal ob nur die Füße auf der Fensterbank in der Sonne liegen, der Sauerteig dort wächst und gedeiht oder die Blumen sprießen. Und manchmal sind es auch die schönen Fotos aus dem letzten Jahr, die unsere Laune heben. Ich hoffe stark darauf, jetzt die Zeit zu finden meine Schwedenbilder vom letzten Jahr durchzusehen, um ein paar  schöne Fotos zum Aufhängen rauszusuchen und hier für den Blog .

      Haltet alle die Ohren steif und bleibt gesund!

             Claudia

Sonntag, 22. März 2020

Inseln im Corona Alltag: Wie wir uns es in diesen Zeiten Zuhause gemütlich machen können

Puh, einmal tief durchatmen und losschreiben. 

Jetzt habe ich so unfassbar lange nicht gepostet, weil mir meine Hardware ja einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte und habe so lange überlegt, wie ich dieses Jahr starte, viele tolle Ideen gehabt und doch noch mal verschoben und jetzt sind wir am Beginn ( noch lange nicht mittendrin) einer großen Krise und es fühlt sich echt beknackt an, wieder zu starten. Aber ich habe den Blog vermisst und ich habe gefühlt eine Million schöne Fotos und Themen, die ich mit euch teilen möchte, Dinge die mich und wahrscheinlich auch euch bewegen und deswegen starte ich jetzt. Da bin ich also wieder. Diese Pause war keineswegs geplant und auch nicht so kreativ, wie ich es mir gewünscht habe, aber es sind einige schöne Dinge entstanden.


Das ist mein Ratzfatz Sweater. Pattern coming soon

Ich habe viel gelesen in der Zeit ohne Computer, stapelweise Bücher aus der Bücherei und die Schließung der Büchereien jetzt zu Corona Zeiten finde ich echt hart. Ganz besonders weil ich es nicht mehr geschafft habe, mich schnell mit einem Korb voll schöner Literatur einzudecken. Aber natürlich liegt hier noch das eine oder andere Buch, dass ich noch nicht gelesen habe und auch ein paar Fachbücher, Kochbücher, Magazine und Artikel liegen hier und werden mir bestimmt ein paar Stunden Zerstreuung bringen. Und dann gibt es da ja auch immer noch die Lösung Nachschub im Internet zu bestellen. Denkt daran, ruhig bei den kleinen Buchhandlungen zu bestellen, nicht nur beim großen Riesen, denn es wäre verdammt traurig, wenn die kleinen wunderbaren Buchhandlungen, in denen man stundenlang schmökern kann, der Krise zum Opfer fallen.

Wenn ich an meinen neuen Designs arbeite und manchmal stundenlang vor mich hinstricke höre ich seit einiger Zeit gerne Hörbücher oder Podcasts. 

Meine Lieblingspodcasts sind:
Elbsoda - die Beiden von Elbsoda , Caro und Jasmin sind witzig, unterhaltsam, informativ und Interior verrückt. Das mag ich ja sehr gerne.  

Hello Holly - Der Podcast über Interior, Trends und Friends. Holly talkt mit interessanten Menschen. aus dem Interiorbereich. Zu Gast waren schon Nici Brandmark vom Blog Scandinavian Style, Trend Stefan / Stefan Nilsson, Charlotte Heidemann von Rice und einige mehr. Der Podcast ist auf Englisch.  

Bestatten, Hauda - Ein Podcast von Bianca Lauda über den Tod. Klingt in diesen Zeiten vielleicht fies, aber ich finde, der Tod ist ein Thema, welches man nie ausklammern darf, weil man den Zeitpunkt, an dem man sich damit auseinandersetzen muss, nicht aussuchen kann. Sehr stark fand ich die Folgen über die Bestatterin und den Tatortreiniger. Unbedingt mal reinhören.

Nur noch eine Reihe - der Maschenfein Podcast Nach dem Maschenfein Blog gibt es nun auch den Podcast. Leider nur zum Hören.

Da ich Wolle und Gestricktes allerdings schwer zu beschreiben finde, gucke ich lieber Strickpodcasts auf Youtube und hier kommen meine liebsten: 

Kammebornia   Sofia und Dennis senden von Gotland. Da ich ein Fan der Insel bin, stört es mich nicht, dass der Podcast überwiegend auf Schwedisch, jedoch mit englischen Untertiteln, ist. Ich mag Sofias ruhige Art, ihre Musterstrickereien, ihre eigenen Designs und die schönen Landschaftsaufnahmen.

fibertales podcasts  Lærke sendet von Fynen in Dänemark. Der Podcast ist in Englisch und auch Lærke mag ich wegen ihres schönen Strickdesigns, der Bilder, ihrer Liebe zu Gotlandschafen und vielem mehr.

The gentle Knitter Podcast  Nicole sendet aus Kanada. Sie designed nicht selber, strickt aber unheimlich viel und vielfältig und stellt diese Strickstücke dann vor. Sie spricht über Wollfestivals und Retreats (Rückzugsorte an denen gestrickt und in kleinen Kursen unterrichtet wird ). Nicoles ruhige Art erdet mich immer.

Truly myrtle Podcast   Libby lebt mit ihrer Familie in Neuseeland, entwirft und strickt und hat so einen fantastischen Charme und eine mitreißende Ausstrahlung, dass man beim Gucken einfach nur gute Laune bekommen kann. 

Joji's Journal   Joji, Argentiniens bekannteste Strickdesignerin stellt in ihrem Podcast ihr Design vor, die Wolle, mit der sie arbeitet, spricht über ihre derzeitigen Projekte und manchmal talkt sie mit ihrer Mum, dem heimlichen Star dieser Unterhaltungen. Der Podcast ist in Englisch, manchmal ein kleines bisschen chaotisch, aber einfach aus dem wirklichen Leben und wunderbar authentisch. 

fruity knitting podcast   Andrea und Andrew leben in Deutschland, da sie aus dem englischsprachigen Raum kommen reden sie Englisch. Der Podcast besteht aus mehreren immer wiederkehrenden Elementen und ist wahnsinnig informativ und fast wie ein Magazin aufgebaut.  Jeder Podcast hat ein Thema, bzw. stellt einen DesignerIn und /oder eine StrickerIn vor. Andrea führt Interviews, manchmal via Skype, weltweit, oft aber auch vor Ort, auf Wollfesten oder anderen Veranstaltungen. Neben den neusten Trends, schöner Wolle, die sie sich gekauft haben, erfährt man viel über die Dinge, die die Beiden zur Zeit gerade stricken. Dabei werden Änderungen genau erklärt und oft durch Tutorials von Andrea ergänzt. 

Mandarine's  Melodie lebt in Frankreich, spricht im Podcast jedoch Englisch, zeigt viele kleine Vlogs aus ihrem täglichen Leben, ihre Strickprozesse, ihre Strickentwürfe und die Wolle 🧶 mit der sie arbeitet.  Sie arbeitet ähnlich wie fibertales und the gentle knitter viel mit Naturtönen und erdet einen ganz wunderbar.

Welches sind eure liebsten Podcasts? Ich freue mich immer über neue Anregungen, also her damit und schreibt gerne in den Kommentaren, damit alle eure Vorschläge sehen können.

Und jetzt macht es euch gemütlich Zuhause und bleibt gesund!

Claudia